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Endlich digital und automatisch?

03. Juni 2026

Gut Ding will Weile haben.  Bis heute werden Güterwagen in Europa überwiegend mit der klassischen Schraubenkupplung von Hand gekuppelt. Das soll sich mit der Digitalen Automatischen Kupplung ändern. Ein Pilotprojekt wurde jetzt in Westfalen abgeschlossen. Aber noch ist nicht alles so weit. 

automatische Kupplung2 310 Seit 2020 im Gange. Foto: DB

Der Name des Projekts, bei dem verschiedene Versionen  (DAK) bei der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) in Lippstadt getestet und auf ihre Praktikabilität geprüft wurden, buchstabiert sich mit «DAC4EU» (die Bezeichnung des durchführenden Konsortiums, an dem auch SBB Cargo beteiligt ist) kompliziert genug. Die Frage der Anwendbarkeit in der Realität, die sich in künftigen Jahren in den einzelnen Teilnehmer-Staaten weiter klären soll, ist es ebenfalls.

Bei einer Abschlussveranstaltung am 2. Juni 2026 bei der Westfälischen Landes-Eisenbahn GmbH (WLE) in Lippstadt stellten das DAC4EU-Konsortium und das deutsche Bundesministerium für Verkehr jetzt jedenfalls die Ergebnisse des Forschungsprojekts vor. Auf dem Gelände der WLE wurden die im Projekt erprobten Digitalen Automatischen Kupplungen (DAK) im realen Betrieb präsentiert und mit Fachvertreterinnen und ‑vertretern aus Bahnbranche, Industrie und Politik diskutiert.

Ergebnisse vorgestellt

Bis heute werden Güterwagen in Europa überwiegend mit der klassischen Schraubenkupplung von Hand gekuppelt – ein Verfahren, das sich seit mehr als 100 Jahren kaum verändert hat. Der Prozess ist körperlich belastend und zeitaufwendig – vor allem aber kaum wirtschaftlich: Neben hohen Kosten entstehen durch die manuelle Praxis längere Zugbildungszeiten, höherer Personalbedarf und ein Wettbewerbsnachteil der Schiene gegenüber dem Lkw-Verkehr.

 «Die Digitale Automatische Kupplung als Schlüsseltechnologie macht das Kuppeln sicherer, effizienter und eröffnet neue Möglichkeiten für mehr Leistung auf der Schiene», so Deutschlands Verkehrsminister Patrick Schnieder. «Mit dem DAK‑Demonstrator haben wir gemeinsam mit der Branche gezeigt, welches Potenzial in dieser Technologie steckt – nun geht es darum, sie unter realen Bedingungen im Betrieb zu erproben und einen Roll-Out vorzubereiten.»

automatische Kupplung1 310

Das Projekt wurde seit 2020 im Auftrag des BMV von dem Konsortium DAC4EU durchgeführt. Beteiligte Partner sind neben dem Konsortionalführer Deutsche Bahn und DB Cargo die SBB Cargo AG, Rail Cargo Austria sowie Ermewa SA, GATX Rail Europe und VTG Rail Europe.

In Deutschland stellte der Bund rund 30 Millionen Euro bereit, um die Weiterentwicklung der Kupplungssysteme zu begleiten. Die Testergebnisse hätten erwiesen, so heisst es, dass die DAK ihre Eignung für den Schienengüterverkehr erbracht habe.

Grosse Erwartungen

Die Abschlussveranstaltung bei der WLE in Lippstadt präsentierte die zentralen Ergebnisse der Erprobung und gab einen Ausblick auf die nächsten Schritte hin zu einer europaweit einheitlichen Einführung der DAK.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in die weiteren europäischen und nationalen Programme zur Einführung der DAK einfliessen.

www.dac4.eu/dac








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