Damit Einkaufs-, Produktions- und Lieferanten-Daten unter europäischer Kontrolle bleiben, sollen KI-Prozesse künftig verstärkt auf einer Industrial AI Cloud einer deutschen Telekom-Tochter verarbeitet werden. KI-Agenten von «T-Systems» und dem Lieferketten-Netzwerk «SupplyOn» übernehmen angeblich bereits zentrale Aufgaben für 140.000 Industrie-Unternehmen.

Der Betrieb durch die Telekom-Tochter und «SupplyOn» in Deutschland soll unter höchsten Datenschutz- und Sicherheitsstandards erfolgen. Dafür verbindet SupplyOn als laut eigener Darstellung Europas «grösstes industrielles Lieferketten-Netzwerk» seine Plattform mit der «Industrial AI Cloud» von T-Systems.
Die nächste Generation
Unternehmen können dadurch Beschaffungs-, Logistik- und Lieferantenprozesse mithilfe von KI automatisieren und beschleunigen – bei voller Kontrolle über ihre Daten.

SupplyOn will mit seiner Plattform die Zusammenarbeit der Unternehmen in mehr als 100 Ländern. Hersteller und Lieferanten digitalisieren und darüber zentrale Prozesse entlang der Lieferketten organisieren. Dazu zählen Beschaffung und Lieferantenmanagement ebenso wie Qualitätssicherung, Logistik und Risikomanagement. Durch die Anbindung an die souveräne Infrastruktur von T-Systems können Unternehmen KI-Anwendungen direkt in bestehende Lieferkettenprozesse integrieren.
Datensouveränität im Auge
SupplyOn-CEO Markus Quicken nennt als zentrale Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz von KI die Datensouveränität über Unternehmensgrenzen hinweg. Entscheidend sei, dass Unternehmen, Lieferanten und Partner auf einer gemeinsamen, vertrauenswürdigen Datenbasis zusammenarbeiten können.
Fotos: T-Systems / SupplyOn
Ferri Abolhassan, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom und CEO von T-Systems, sieht in der Partnerschaft einen strategischen Vorteil für die deutsche Industrie: «KI wird zum Betriebssystem der Wirtschaft. Wer das Potenzial dieser Technologie ausschöpfen will, muss die Kontrolle über seine Daten, Anwendungen und Prozesse behalten.»
Erster Anwendungsfall
SupplyOn nutzt die Industrial AI Cloud zum Beispiel für ihr neues Produkt «AI-native Sourcing». Unternehmen sollen entlang der gesamten Lieferkette Zugang zu souveräner Rechenleistung erhalten. KI-Agenten sollen Einkaufsabteilungen im Beschaffungsprozess unterstützen und Aufgaben wie die Lieferantenauswahl, die Bewertung von Angeboten oder die Vorbereitung fundierter Einkaufsentscheidungen übernehmen. Sämtliche KI-Prozesse werden dabei in einem Münchner KI-Rechenzentrum ausgeführt.
Resiliente Infrastruktur gefordert
Die Industrial AI Cloud ist eine souveräne KI-Infrastruktur für Unternehmen, Forschungs-Einrichtungen und den öffentlichen Sektor. Sie bietet Rechenkapazitäten für die Entwicklung, das Training und den Betrieb anspruchsvoller KI-Anwendungen. Die Plattform sei DSGVO-konform, US-Cloud-Act-resistent und stehe vollständig unter europäischer Datenkontrolle.
20 Petabyte Speicherkapazität
T-Systems betreibt die Anlage in München seit Februar 2026 mit 10.000 NVIDIA-Blackwell-GPUs, 0,5 ExaFLOPS Rechenleistung und 20 Petabyte Speicherkapazität. Die Inbetriebnahme erhöhte die verfügbare KI-Rechenkapazität in Deutschland um rund 50 Prozent.

















