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Neue Denke im «Maschinenraum»

03. Juli 2026

Order Picking Network heisst es neu beim Intralogistik-Experten Witron. Nicht mehr allein die Automatisierung stehe im Mittelpunkt, heisst es, sondern «der Gesamt-Beitrag im Zusammenspiel von Warehouse, Transport, Store und Enterprise-Ebene» - früher auch schon mal gern mit dem Attribut der «Ganzheitlichkeit» umschrieben.

Witron OPM Neu1 310

Für die beiden CEOs Helmut Prieschenk und Karl Högen führt dieses «Networking» im Kommissioniersystem von der klassischen Optimierung im Logistikzentrum hin zu einer durchgängigen, datenbasierten und dynamischen  Netzwerkoptimierung.

In zurückliegenden Jahren sei Witron oft Schrittmacher für Innovationen gewesen. Inzwischen seien automatisierte Kommissionierung, hochperformante Verteilzentren und skalierbare Systemlandschaften in vielen Bereichen allerdings längst normal. Somit also OPN als neue Strategie, eine neue Denke in der Philosophie. Das bedarf einiger Erklärungen.

Erklärungsbedarf

Witron-CEO Prieschenk will das weder als singuläre Automatisierungslösung noch als reines Software-Produkt verstanden wissen. Für ihn ist OPN der Rahmen, in dem die «Kommissioniermaschine» neu definiert wird. Sie arbeite nicht mehr als isoliertes Leistungszentrum im Warehouse, sondern als Teil eines grösseren, durchgängigen Netzwerks. «Im OPN sind quasi Teile von allem». Das will erst einmal verstanden sein.

Witron OPM Neu2 prieschenk 310 CEO H. Prieschenk

Witron hat diesen Weg in Etappen vorbereitet. Zunächst revolutionierte die hochautomatisierte Order Picking Machinery (OPM) die Logistik des Lebensmitteleinzelhandels. Anschliessend brachte OCM (Omni Channel Machinery) die Verbindung von Store-Belieferung und Home Shopping unter ein Dach.

Jetzt verlangen viele Kunden den nächsten Schritt. Die Experten in Parkstein sind sich sicher, dass die Technologie als solches in einem Warehouse nach wie vor wichtig ist, aber man müsse grösser denken. Um die Maschine herum und darüber hinaus.  

Über die Maschine hinaus

Mit dieser Frage beginnt OPN. Witron verschiebt den Blick von der einzelnen Anlage auf das gesamte Wertschöpfungsgefüge. Auf der ersten Ebene steht das Verteilzentrum. Hier zählen Verfügbarkeit, Performance, saubere Projektumsetzung und technische Exzellenz. Dieses Fundament bleibt unverzichtbar. «Das tun wir für Kunden aus dem Lebensmitteleinzelhandel in Europa, Nordamerika und Australien in über 125 Projekten und seit über 25 Jahren».

Auf der zweiten Ebene erweitert sich die Perspektive auf das Ökosystem der Supply Chain. Dann geht es horizontal vom Produzenten über den Transport sowie nationale und regionale Lager bis zur Filiale oder dem Endkunden. «Erst hier beginnt für Witron echtes End-to-End-Denken. Das Warehouse zählt dann nicht mehr nur als technische Einheit, sondern als Baustein eines Netzwerks, das den Gesamtnutzen erhöhen soll.»

Witron OPM Neu3 Hoegen 310 CEO K.Högen

Die dritte Ebene reicht noch weiter. Auf Enterprise-Level sollen alle relevanten Unternehmensbereiche in eine durchgängige Netzwerklogik eingebunden werden. Dafür werden unterschiedliche Unternehmens-Einheiten (na also...) ganzheitlich optimiert. Sozusagen den «Sweetspoint ermitteln», an dem das Gesamtsystem optimal arbeitet, ohne in einzelnen Clustern Sub Optima erzeugen zu wollen.

Genau darin liege der Kern von OPN: Nicht die isolierte Effizienz eines Bereichs zähle, sondern die Wirkung auf das gesamte Netzwerk. «Wenn Logistik professionell integriert und hochperformant umgesetzt wird, ist sie nicht nur eine «Nachschubfunktion», sondern ein Enabler, um Leistungen und Services anzubieten, die bisher noch gar nicht anzubieten waren», erklärt CEO Karl Högen.

Durchgängige Netzwerklogik

 OPN setze genau dort an. Statt festgelegter Liefertage, definierter Verpackungslogiken und standardisierter Bestellmuster rückt eine dynamische Steuerung in den Vordergrund. Dynamisch soll hier das Ausbalancieren des Netzwerks über mehrere Ebenen bedeuten, differenzierte Netzwerk-Steuerung je nach Bedarf wie Durchschnittstage, Spitzentage, Wochen- oder Saison- Zyklen und Promotionen. End-to-End-Inventory-Management entlang der kompletten Supply Chain. Entscheidend sei dabei, dass wiederkehrende Datenmuster interaktiv und dynamisch für die Erreichung des Gesamt-Ziels genutzt werden. 

Dabei grenzt sich Witron klar von klassischer Beratung ab. Das Unternehmen plant Logistik, integriert Systeme, ist für deren Service / Wartung verantwortlich und betreibt Anlagen. Genau daraus leitet sich der Unterschied ab. «OPN ist kein theoretischer Ansatz, sondern basiert auf jahrzehntelangen Erfahrungswerten und der Nähe zum operativen Alltag des Handels», hebt Prieschenk hervor.

Witron OPM Neu4 310 Fotos: Witron

Eine solide Mechanik bleibt wichtig. «Du brauchst natürlich schon immer einen funktionierenden Maschinenraum, weil sonst das Schiff nicht vorwärts kommt», lacht Prieschenk. Die physische Plattform muss zuverlässig laufen, nachhaltig arbeiten und belastbar performen. Doch sie allein reicht nicht mehr als Differenzierungsfaktor. Kunden setzen heute voraus, dass die Maschine läuft. Jetzt wollen sie wissen, wie sie mit diesem Maschinenraum auf Enterprise-Ebene noch schneller und noch intelligenter und in Summe noch wirtschaftlicher arbeiten können.

Die Plattform muss laufen 

Dazu gehört implizit auch Forecasting. Sobald Store Orders, Liefermuster, Lagerkapazitäten und Netzwerkdaten zusammenlaufen, blickt OPN nicht mehr nur auf den Ist-Zustand. Historische Verläufe, saisonale Peaks, Aktionsmuster und regionale Unterschiede lassen sich als Zeitreihen auswerten und in vorausschauende Steuerungslogiken übersetzen. 

Erste Unternehmen, heisst es, gehen den Weg schon mit. «Pilotkunden wollen schnell verstehen, wo Potenziale liegen und an welchen Stellschrauben sie zuerst drehen müssen», meint Högen. 

www.witron.de









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