Wertvolle Zahlen liefert die zweite Ausgabe der Logistikmarktstudie von GS1 auch in diesem Jahr wieder - vor allem zur «Nachhaltigkeit». So beliefen sich etwa in 2024 die Treibhausgas-Emissionen der Schweiz auf 40,11 Mio. t CO2-Äquivalente. Ein Rückgang um 27,2 % gegenüber 1990. Aber der Wert täuscht.
Abb.: LMS 2026/GS1 Schweiz
Der Schweizer Güterverkehr, heisst es, befinde sich in einer Phase tiefgreifender Transformation, geprägt von technologischen Fortschritten, regulatorischem Wandel und gleichzeitig zunehmenden Spannungsfeldern zwischen Wachstum, Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung.
Ein Rückblick auf den Rückgang der Emissionen im Jahr 2023 habe sich inzwischen jedoch weniger als strukturelle Trendwende, sondern vielmehr als Ausdruck eines zu diesem Zeitpunkt konjunkturell schwächeren Marktumfeldes erwiesen.
Das Marktumfeld täuschte
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage neu, wie nachhaltig sich der Schweizer Güterverkehr tatsächlich entwickelt – und welche strukturellen Veränderungen sich hinter den aktuellen Daten abzeichnen. Im Zentrum der Analyse der neuen Ausgabe stehen dabei deshalb die Diskrepanz zwischen steigender Transportnachfrage und begrenzten Emissionsreduktionen, die wachsende Differenz zwischen dynamischen Neuzulassungen elektrischer Nutzfahrzeuge und der weiterhin stark fossil geprägten Fahrzeugflotte sowie drittens die Anteile der einzelnen Verkehrsträger im Schweizer Modalsplit.

Mit einem Anteil von 33,4 % weist der Verkehr daran den höchsten Anteil aller Emissionen auf, gefolgt von Industrie (22,3 %), Landwirtschaft (16,5 %) und Haushalten (14,9 %). Die Rangfolge habe sich trotz der Bemühungen der zurückliegenden Jahrzehnte um eine umweltfreundlichere Mobilität nur unwesentlich verändert: Zwar seien die Treibhausgas-Emissionen im Verkehrssektor gegenüber 1990 absolut um rund 9 % zurückgegangen, der Rückgang der Emissionen in anderen Sektoren jedoch deutlich stärker ausgefallen.
33,4 % aller Emissionen verkehrsbedingt
Insbesondere bei den Privathaushalten, deren Emissionen sich seit 1990 nahezu halbiert haben (von 11,8 auf 6,0 Mio. t), sowie in der Industrie (von 13,3 auf 8,9 Mio. t), wodurch der relative Anteil des Verkehrs stabil blieb (BAFU, 2026). Besondere Beachtung verdiene die jüngste Entwicklung im Strassengüterverkehr.
Nach dem markanten Rückgang von 2,92 auf 2,58 Mio. zwischen 2022 und 2023, dem stärksten Jahresrückgang im Güterverkehr seit Beginn des Jahrtausends, seien die Emissionen im Jahr 2024 wieder deutlich um 11 % auf 2,87 Mio. t angestiegen. Die Emissionen der Lastwagen stiegen von 1,49 auf 1,63 Mio. t (+9,4 %), die der Lieferwagen von 1,09 auf 1,23 Mio. t (+12,8 %).

















